Chirurgen versichern ihre Hände

Ein Arzt, der ein langes Studium und harte Jahre als Chirurg hinter sich hat, kann sich nichts Schlimmeres vorstellen, als die Fähigkeit zu verlieren, im OP seine Kunst zu beweisen. Das ganze Leben ist ab dem ersten Semester darauf ausgerichtet, Chirurg und damit Künstler im Sinne der Gesundheit zu werden. Egal, ob Unfallchirurg, Schönheitschirurg oder angestellter Arzt auf einer Station für Chirurgie: Die Hände sind das wichtigste, was der Arzt neben dem klugen Kopf und der erfolgreichen Ausbildung besitzt. Eine Versicherung auf diese Hände ist nicht ungewöhnlich, auch wenn es manchem anderen Arbeiter komisch vorkommen dürfte. Die hochwertige Ausbildung ist Kapital, das ohne die Hände nichts mehr wert ist. Selbst ein Finger, den man verliert, kann schon das Ende der Karriere bedeuten. Die Versicherung auf Körperteile kennen andere Menschen nur aus den VIP News, nämlich wenn es um angesagte Stars geht.

Es funktioniert, wie mit einer normalen Versicherung: Man bezahlt eine bestimmte Summe pro Monat und die Versicherung bezahlt, wenn der „Schadensfall“ eintritt. Der Arzt, der im Garten arbeitet und sich mit der Säge in die Hand schneidet, kann somit seine Berufsunfähigkeit auf besondere Art und Weise absichern. Selbst ein vorübergehender Verdienstausfall ist versicherbar; es kommt nur auf die Vereinbarung in der Police mit der Versicherung an. Für die Versicherung spielt es eine Rolle, wie hoch die Summe bei absoluter Berufsunfähigkeit und die monatliche Leistung bei einem vorübergehenden Ausfall sein sollen. Der Verdienst des Arztes spielt natürlich auch eine Rolle. Immerhin muss man sich die Beiträge ja auch leisten können. Übrigens versuchen manche Ärzte, sich gegen Ende ihrer beruflichen Laufbahn die Versicherung einzuverleiben, indem sie eine Verletzung fingieren oder absichtlich herbeiführen.

 

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