Der Schiffsverkehr auf den Gewässern dieser Erde wird in der Regel durch Radar überwacht. Zusätzlich dazu gibt es jedoch das Automatische Identifizierungssystem, nach der englischen Bezeichnung „Automatic Identification System“ auch AIS abgekürzt. Mit diesem automatisierten Meldesystem ist es möglich, von Schiff zu Schiff oder auch von Hafen zu Schiff Daten auszutauschen. Dabei werden von den Transpondern, die in den Schiffen eingebaut sind, in immer gleichen Zeitabständen die wichtigsten Informationen gesendet. Dabei werden in den Zeitintervallen, in denen die Signale übertragen werden, Unterschiede in punkto Schiffsgröße, der Gefahr der Ladung und anderen Belangen gemacht.

Gesendet werden von jedem einzelnen Schiff die Daten bezüglich der Schiffsklasse – also etwa die Länge oder die Bruttoregistertonnen, nach denen ein Wasserfahrzeug klassifiziert wurde. Auch der Schiffsname, die aktuelle Position, die Ladung und der Hafen, in dessen Richtung die weitere Fahrt verlaufen wird, sind in den Meldungen enthalten. Während auf dem Radar ein Schiff in der Nähe nur als Punkt erscheint, gibt das AIS also viel genauere Informationen, aus denen der Kapitän jeweils ableiten kann, ob eine Kollision zu erwarten ist, oder ob andere nautische Belange abzuklären sein könnten. Jedes Schiff ist mit einem Sender ausgestattet, muss natürlich aber auch einen Empfänger an Bord haben, mit dem es die Meldungen anderer Schiffe empfangen kann. Dieses Display in den Bordinstrumenten wird unter der Abkürzung ECDIS – für Electronic Chart Display and Information System – benutzt. Eingesehen werden können die aus diesem automatischen Meldesystem erlangten Informationen auf einer Google Karte erstellt wird. Dieses System hat natürlich zunächst den Aspekt, für höchstmögliche Sicherheit in der Schifffahrt zu sorgen, bietet durchaus aber auch unterhaltsame Gesichtspunkte.

Nutzung des AIS auf dem Meer und in der Binnenschifffahrt

Ein Törn mit der eigenen Yacht auf hoher See ist ein tolles Erlebnis – begleitet von höchstmöglicher Sicherheit natürlich umso mehr. Egal, ob ein Schiff nun auf einem Binnengewässer oder auf dem Meer unterwegs ist: Die AIS Daten steigern den Sicherheitsfaktor ins Unermessliche. Für eine kleinere Yacht spielt es ja durchaus eine Rolle, ob da ein riesiges Containerschiff Wellen schlägt, oder ob es ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff ist, das den Weg kreuzt und die See in Aufruhr bringt. Die großen, berufsmäßig betriebenen Schiffe sind übrigens durch die Bank verpflichtet, einen AIS Sender an Bord zu betreiben. Ausnahmen hiervon gibt es nicht. Auch für die Binnenschifffahrt gibt es spezielle Transponder. Der Freizeitkapitän, der Urlaub auf dem Meer macht oder eine spontane Überfahrt plant, registriert sich, um das System nutzen zu können, was durchaus als praktisch anzusehen ist. Die Meldungen trudeln dann per SMS beim Nutzer ein und können für die weitere Fahrt ausgewertet werden. Selbstverständlich ist aber nach der kostenlosen Registrierung die Nutzung über die Homepage zu jeder Zeit möglich.

Das visuelle Zentrum der Schifffahrt

Ganz gleich, ob jemand gerade in einem Seefahrer-Restaurant Platz genommen hat, um Delikatessen aus dem Meer zu genießen, oder ob ein Gast in der Lobby vom maritimen Hotel sitzt: Das Internet bietet hier ganz nette Einblicke in das, was auf dem Meer gerade vor sich geht. Interessant ist es, sich die hochgeladenen Fotos von den jeweiligen Schiffen anzusehen – mehr als 15.000 Bilder stehen derzeit zur Ansicht bereit. Eine Datenbank von weit über 800.000 Schiffen steht dem Internet mittlerweile zur Verfügung. Nicht nur für Sicherheitsbelange können die Sende- und Empfangsgeräte des AIS also verwendet werden; ist ein Hotel oder Restaurant mit seinen AIS Stationen beziehungsweise Netzwerken verbunden, kann es die empfangenen Daten folglich auch für einen Bildschirm voller Unterhaltung für die Gäste nutzen. Im Internet gibt es einen Kalender mit den aktuellen Veranstaltungen und vieles andere, das nicht nur für Seefahrer und die, die es werden wollen, spannend ist. Für die künftigen Nutzer, die interessante technische Details suchen, gibt es einigen Lesestoff auf http://de.wikipedia.org/wiki/Automatic_Identification_System.

 

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